Wie im DAK-Präventionsradar aus dem Schuljahr 16/17 nachzulesen ist, klagen 24% der befragten Schüler jede Woche oder häufiger über Kopfschmerzen. Solche körperlichen Reaktionen scheinen also keine Seltenheit zu sein.
Quelle: DAK Präventionsradar Schuljahr 16/17
Nervosität beispielsweise ist vor einer anstehenden Prüfung durchaus normal. Problematisch ist es, wenn solche Symptome über einen langen Zeitraum hinweg bleiben. Jedes Kind reagiert zudem unterschiedlich auf Stress. Bei dem einen macht er sich schneller bemerkbar, bei anderen fällt er kaum auf. Achten Sie deshalb genau auf das Verhalten Ihres Kindes. Wenn dieses sich verändert, kann das ein Anzeichen für Schulstress sein:
- Störung der Aufmerksamkeit
- Soziale Abschottung
- Schlafstörungen
- Konzentrationsdefizite
- Bettnässen
- Plötzlicher Leistungsabfall
- Fingernägelkauen oder Knabbern an Haarspitzen
Wie können Sie Stressreaktionen vorbeugen?
Damit Schulstress gar nicht erst entsteht, können Sie verschiedenes tun:
Musik gegen Schulstress | © Fotolia.com
Einen Ausgleich schaffen
Wenn Sie Stress bei Ihrem Kind reduzieren möchten, ist Entspannung ein zentraler Aspekt. Egal ob ABC-Schütze oder Jugendlicher – Kinder sollten einen Ausgleich zu ihren schulischen Aktivitäten haben. Dieser kann je nach Interessen und Zeit ganz unterschiedlich aussehen:
- Sport
- Treffen mit Freunden
- Lesen
- Basteln
- Musik hören oder machen
Lernen lernen
Viele Schulen bieten Programme an, die Kindern vermitteln, wie sie erfolgreich und eigenständig lernen können.
So lernen Kinder richtig | © Fotolia.com
Die daraus resultierenden Erfolgserlebnisse können das Selbstbewusstsein und die Sicherheit Ihres Lieblings stärken.
Tagesabläufe strukturieren
Versuchen Sie, Hektik und Termindruck zu vermeiden. Rituale und ein sinnvoll gestalteter Schulalltag bieten Ihrem Kind Sicherheit. Stehen Sie außerdem früh genug auf, planen Sie Zeitpuffer ein und geben Sie Ihrem Kind auch einmal Zeit, in der es selbst entscheiden kann, was es tut. Dafür kann es ruhig eines seiner Hobbies opfern, wenn es das möchte. Denn nicht nur wer gestresst ist, braucht in seiner Freizeit von Zeit zu Zeit Ruhe und Entspannung.
So kann Ihr Kind Schulstress erfolgreich bewältigen
Wenn Ihnen auffällt, dass Ihr Kind Stress in der Schule hat, sollten Sie schnell handeln. Denn das Ziel ist es doch, dass es die jungen Jahre unbeschwert verbringen und den Schulalltag erfolgreich meistern kann.
Erfolgreich gegen Schulstress | © Fotolia.com
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2009 stellte fest, dass 67% von 1.000 Befragten Sport und Bewegung als geeignet empfinden, um Schulstress zu bewältigen.
Ursachen analysieren
Bevor Sie etwas gegen den Schulstress Ihres Kindes tun können, müssen Sie herausfinden, was ihn auslöst. Ist es Leistungsdruck und wenn ja, wer übt ihn aus? Hat Ihr Kind Probleme mit Mitschülern oder kommt es mit einem Lehrer nicht aus? In diesem Fall sollten Sie das direkte Gespräch suchen, um die Situation zu entschärfen. Wenn nicht sofort klar ist, was der Auslöser ist, kann ein Stresstagebuch helfen. Lassen Sie Ihr Kind darin folgendes notieren:
- Zeitpunkt: Wann ist Ihr Kind besonders gestresst?
- Reaktion: Wie fühlt es sich dabei?
- Auslöser: Warum verspürt es Stress?
- Stärke: Wie schlimm ist das Stresslevel in der jeweiligen Situation?
Entspannungsübungen
Je nachdem, wie viel Zeit Sie haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Kinderyoga oder autogenes Training helfen Ihrem Kind, abzuschalten und zu entspannen. Manchmal kann aber auch schon ein ausgiebiger Spaziergang durch die Natur Erholung bringen.
Nachhilfe
Wenn Sie Schulnoten verbessern und damit Druck oder Versagensängste reduzieren möchten, kann Nachhilfe sinnvoll sein. Mit einem entsprechenden Lehrer kann Ihr Kind die Hausaufgaben machen, den Stoff regelmäßig vor- und nachbereiten sowie offene Fragen klären.
Handlungsempfehlungen für Sie als Eltern
- Achten Sie auf die Warnsignale, hören Sie aktiv zu und nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes ernst. Es ist wichtig, dass es über Probleme mit einer Vertrauensperson reden kann. Bei einem guten Gespräch tun sich vielleicht neue Lösungsvorschläge auf.
- Bestrafen Sie Ihr Kind nicht bei schlechten Noten, sondern bestärken Sie es in dem, was es tut. So helfen Sie ihm, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen.
- Wenden Sie sich an einen Vertrauenslehrer oder einen Kinderpsychologen, wenn Sie Hilfe brauchen. Diese Experten können mit Ihnen gemeinsam eine Strategie gegen Schulstress erarbeiten und wertvolle Tipps geben. Vor allem beim Thema Mobbing ist es wichtig, dass Bezugspersonen auf das Problem aufmerksam werden, bevor sie es lösen können.
- Schaffen Sie Momente, in denen zu Hause Ruhe herrscht. Zeit, in der Ihr Kind ganz frei entscheiden kann, was es machen möchte, ist ebenfalls wichtig. Ein wenig Langeweile kann dabei übrigens nicht schaden, sondern sogar die Kreativität fördern.
- Machen Sie Ihrem Schützling klar, dass es nicht nur um das Ergebnis geht, sondern auch darum, sich anzustrengen. Wenn einmal eine schlechte Note dabei herauskommt, ist das kein Weltuntergang.